„Georgische Truppen hatten am 7. August eine Offensive gegen die abtrünnige Provinz Südossetien gestartet. Russland, das sich als Schutzmacht Südossetiens begreift, entsandte umgehend reguläre Einheiten zur Verstärkung der dort stationierten Friedenstruppen. Diese marschierten auch tief in georgisches Kerngebiet ein.“ (Zitat sda)
Wie nah sind wir am Dritten Weltkrieg?
Noch sind wir im vorbereitenden Vorstadium der vordergründigen Kriegsgrundsuche, der Propaganda und Hetzte durch plumpe Wahrheitsverdrehungen seitens der Regierenden in ihrer Arroganz der Macht.
Passend dazu fordert Frau Merkel in der internationalen Öffentlichkeit
„nicht ewig in der Ursachenforschung zu verharren, sondern den Blick nach vorne zu richten“ und Georgien soll als Kriegsverursacher (trotzdem? dennoch? gerade deshalb?) Mitglied der NATO werden.
Na klar, bloß nicht mit der Realität auseinandersetzen, bei näherer auch noch so kurzer unvoreingenommener Beschäftigung mit der Georgienfrage würde der vermeintliche Kriegsgrund gegen Russland ja ansonsten in sich zusammenfallen und man müsste mühsam einen neuen konstruieren.
Diese arrrogante Ausspruch von der „ewigen“ Ursachenforschung ist in seiner Realitätsverweigerung und Negierung der offensichtlichen Tatsachen perfide und widerlich.
Interessanterweise kommt die Kanzlerin, wieder einmal, damit ungestreift durch – keiner fällt ihr hörbar ins Wort, nicht in den deutschen Medien, natürlich nicht bei ihren Ministerkollegen, aber auch nicht in der Opposition, auch nicht im Ausland.
Es ist eine Farce.
Eigentlich soll man ja nicht Vorsatz unterstellen, wo auch grenzenlose Dummheit als Erklärungsgrund hinreichend wäre.
Aber in diesem Fall:
Welchen und wessen wahnsinnigen Interessen, Einflüssen und Einflüsterungen unterliegt und folgt unsere neoliberale und permanent gegen das eigene Volk regierende Kanzlerin, daß sie unser Land und ganz Europa mit Offensiv-Rhetorik an den Rand eines Weltkriegs mit Russland reden möchte?
Warum muß der Westen Russland immer mehr und mehr umzingeln und einschnüren? Raketensysteme in Polen. Flottenaufmarsch im Persischen Golf, Georgien in die NATO. Einseitige Positionen, kompromisslose und eskalierende Reden, Scharfmachergetöse.
Was soll das alles? Was ist anderes damit beabsichtigt, als Spannungen stetig zu verstärken und zur Krise zu eskalieren und kräftig zu zündeln bis es knallt?
Zwei Weltkriege sind wohl nicht genug? Na ja, aller guten Dinge sind dann wohl eben drei.
Wie die Kanzlerin souverän mit unser aller Existenz spielt und jahrzehntelang funktionierende nachbarschaftliche Koexistenz mit wenigen Sätzen wegwischt!
Da erübrigt sich die leise schüchterne Frage, inwieweit sie hierzu eigentlich demokratisch legitimiert ist. Na ja, direkt wohl nicht, aber vielleicht irgendwie indirekt. Das ist ja das schöne an unserer indirekten Demokratie, dass die Herrschenden sich keiner direkten Wahl stellen müssen und sich alles erlauben können ohne direkte demokratische Kontrolle fürchten zu müssen.
Kommt einem da manches bekannt vor?
Wie lief denn das damals vor ca. 70 Jahren in Deutschland? Ja, richtig, da gabs doch auch irgendwie demokratische Wahlen. Und demokratisch abgenickte Gesetze, z.B. ein Ermächtigungsgesetz. Die Mehrheit war ganz demokratisch dafür.
Und die Überfälle auf Polen und Russland, nun ja, die hatten sich in der Folge dann halt eben irgendwie so ergeben. Irgendwie. Oder so. Und irgendeinen Kriegsgrund hatte man doch bestimmt sicher auch herbeigeredet. Und daß daraus dann ein Weltkrieg geworden ist, jo mei, das hat doch vorher keiner wirklich wissen wollen, nicht wahr?
Was kann der Mensch aus der Geschichte lernen?
Eigentlich nur, daß der Mensch wohl grundsätzlich nichts aus der Geschichte lernt.
Eine trostlose Erkenntnis. Leider aber wohl zutreffend.
Weiter so, Deutschland.
Lesenswerte Artikel hierzu bei Schall-und-Rauch: Actio et reactio („ferngesteuerter Hosenanzug“)
sowie bei Feynsinn: Merkel als außenpolitische Brandstifterin.