Völlig überraschend hat sich eine Finanzkrise ereignet

Wie inzwischen jeder – auch diejenigen unter uns, die sich ihre Nachrichten von den gleichgeschalteten GEZ/Springer/Bertelsmann-Medien in Umfang und Inhalt vorauswählen lassen – mitbekommen haben dürfte, haben wir eine Finanzkrise.

Auf einmal war sie da, diese Krise.
Völlig überraschend.
Und so plötzlich.
Sozusagen aus heitem Himmel.
Jaaah, keiner hat sie kommen sehen!
Selbst die selbsternannten Fachleute nicht.

Dabei hätte alles doch so schön weiterlaufen können mit diesem Casino-Kapitalismus.

Während früher Waren erst mühsam produziert werden mußten, bevor man sie dann zu angemessenem Preis handeln und gegen gedecktes Geld verkaufen konnte, kann man heute stattdessen mit Anteilscheinen am Produzenten (Aktien) handeln. Oder noch besser, mit geliehenen Aktien auf steigende oder fallende Kurse zu wetten. Oder mit Krediten oder deren Verbriefungen handeln, gern in AAA-bewerteten Paketen, und sich die darin liegenden Risiken mit weiteren künstlich erzeugten Derivat-Papieren ‘absichern’, die wiederum gehandelt werden können, wobei sich aus diesen Handelspositionen dann weitere abgeleitete Derivatprodukte generieren lassen, um ein immer größeres Rad zu drehen, das von der mühseligen Realwirtschaft schon lange komplett entkoppelt ist …

Die Schlauen oben in unserem System drehen an dieser Spirale und wissen, daß Geschäfte mit weniger als 25% Rendite nix taugen, wie unser allseits geschätzter Renditefachmann Joe Ackermann weiß.

Die Dummen unten im System produzieren zu Hungerlöhnen ein paar Dinge des täglichen Lebensbedarfs sowie ein paar sonstwie notwendige Dienstleistungen und befeuern über ihr Steueraufkommen die Geschäftswelt der o.a. Schlauen.

Und wozu haben wir eigentlich eine Regierung?

Die Dummen denken, um solche unseriösen Schneeballsysteme und ihre Auswüchse zu verhindern.

Die Schlauen wissen, daß die mit den Finanzinteressen vernetzte Regierung ausschließlich dazu da ist, diese Kettenbriefsysteme zu ermöglichen und zu fördern, den Finanzklüngel zum ungehinderten und ungezügelten geldscheffeln zu ermuntern, und das System der Umverteilung von unten nach oben zu erhalten und mit Steuergeldern abzusichern, gegen wechselseitige Teilhabe an den Pfründen. Ja, da steht es wieder im Raum, dieses harte hässliche Wort ‘Korruption’, das durch Neusprech-Verniedlichungen wie ‘Lobbyismus’ hoffähig ist.

Glauben Sie nicht, lieber Leser?

Dann lesen Sie mal hier bei Weissgarnix weiter, sobald Sie sich eine Kotztüte besorgt haben:

http://www.weissgarnix.de/?p=620

Die Elite rettet sich selbst
von weissgarnix, 14. Oktober 2008

Wenn über die Bankenkrise und die verzweifelten Versuche ihrer Bekämpfung die Rede ist, dann fallen schnell die Begriffe “beispiellos”, “historisch einmalig” oder “unglaublich”. Und in der Tat trifft das auf vieles, was wir bislang erlebt haben, auch zu.

Beispiellos ist aber auch die Heuchelei, die jetzt einsetzt, wo sich der Rauch etwas zu verziehen beginnt, und es für diverse Akteure darum geht, ihren Kopf möglichst unbeschadet aus der Schlinge zu ziehen. Und nein, die Rede ist hier ausdrücklich nicht von den Bankern.

Greifen wir beispielsweise mal folgende Stelle aus der gestrigen ZDF-Sendung “Was nun, Frau Merkel?” heraus, wo die Kanzlerin sagte:

Gewöhnungsbedürftig für “eine Branche, die immer Transparenz abgelehnt hat, die immer Regeln abgelehnt hat”, meint die Kanzlerin. Doch die Zeiten hätten sich geändert. Heute seien große, internationale Banken auf Steuer-Milliarden angewiesen und damit steht für die Bundeskanzlerin fest: “Dann müssen sich die Banken eben auch auf unsere Bedingungen einlassen”.

Dieses Statement reiht sich nahtlos ein in das Mantra mit dem bekanntlich sowohl die Kanzlerin selbst als auch Finanzminister Peer Steinbrück neuerdings durch die Lande ziehen, nämlich dass ”sie es schon immer gewußt” und immer schon “auf mehr Regulierung gedrängt” hätten, aber sich damit international halt einfach nicht durchsetzen konnten.

Lassen wir das mal so stehen, und stellen wir uns nun folgende Frage: was haben die Damen und Herren Angela Merkel, Michael Glos, Michael Meister, Heinz Seiffert, Leo Dautzenberg, Georg Fahrenschon, Otto Bernhardt, Klaus-Peter Flosbach, Olav Gutting, Manfred Kolbe, Patricia Lips, Hans Michelbach, Stefan Müller, Peter Rzepka, Hartmut Schauerte, Norbert Schindler, Christian Freiherr von Stetten und Elke Wülfing denn schönes gemeinsam, außer daß sie im Mai 2005 allesamt Mitglieder der CDU/CSU-Bundestagsfraktion waren? Antwort: sie stellten sich gemeinsam an die Spitze einer politischen Bewegung, die in Deutschland für genau jene Verhältnisse sorgte, die jetzt allenthalben beklagt werden.

Klingt unglaublich? Na, dann stöbern wir halt mal ein wenig in alten Drucksachen des Bundestages, und fördern schwuppdiwupp diese süße “kleine Anfrage” mit dem gänzlich unschuldig daherkommenden Aktenzeichen 15/5496 zu Tage. Worum es dabei geht, erfahren wir gleich im Titel, nämlich um “Hemmnisse für die True-Sale-Verbriefung”, bzw um deren Beseitigung, für die sich alle oben genannten Herrschaften gegenüber der damaligen Regierung Schröder starkmachten. Was sind “True Sales Verbriefungen”? – Yep, das sind genau die Dinger, von denen wir in den letzten Monaten so dermaßen viel in den Medien zu hören und zu lesen bekamen …..

Hier der Originalartikel zum weiterlesen: http://www.weissgarnix.de/?p=620

Weitere Links zum Thema:

http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=46941

http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,oaneh5iv9je4oqm9~cm.asp

Der Artikel von Weissgarnix zeigt, wie unter anderen auch unsere liebe und geschätzte ‘Kanzlerin’ ihren eigenen Anteil an diesem zynischen System hat, auf welche erdenkliche Art auch immer. Es besteht starker Grund zur Annahme, daß diese erwähnte Anfrage nicht auf dem eigenen Mist der anfragenden Abgeordneten gewachsen ist. Welche/r ‘einfache’ Abgeordnete denkt sich so etwas wie diese oben zitierte Anfrage selbst aus? Das ganze sieht aus als wäre es von den entsprechenden Interessenten vorformuliert. Theoretisch soll das Parlament ja die Interssenvertretung des Volkes sein, in der Praxis scheint dieses Prinzip mitunter zur Vertretung von Lobbyisteninteressen zum mutieren. Frau Merkel scheint ja schon früh Teil dieses Systems geworden zu sein.

Theoretisch haben auch die Mitglieder der Regierung geschworen, zum Wohle des Volkes zu handeln.

In der Praxis jedoch kungelt die Junta über ihre lobbyistendurchsetzten Ministerien mit den Finanzoberen wo immer es geht, befördert deren Geschäfte, besorgt deren Interessen, hält das Volk durch Kontrolle und Unterdrückung ruhig, und schiebt jetzt auf die Schnelle noch hunderte Milliarden an Steuergeldern als Extra-Zugabe unbürokratisch über den Tisch. Und das von Dauer-Nickern durchsetzte Parlament segnet alles ab.

Alles getreu dem Motto „wie fahre ich ein Staatswesen gegen die Wand bei maximaler Bereicherung und Vorteilsverschaffung für die Nomenklatura“.

Widerlich, was sich da in der Staats- und Wirtschaftsführung breit gemacht hat. Früher verband man mit dem Wort ‘Elite’ noch positive Begriffe wie Integrität, Moral, Ethik, und dergleichen, aufgrund derer sich ein gewisses Grundvertrauen des Volkes aufbaute. Diese positiven Aspekte haben sich in den letzten 20 Jahren aufgelöst und sind durch flächendeckende Skrupellosigkeit, Charakterlosigkeit und Gier ersetzt worden. Das Volk hat es – dank der konsolidierten Verdummungskampagnen der Medien – entweder noch nicht gemerkt oder will es nicht wahrhaben.

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