Völlig überraschend hat sich eine Finanzkrise ereignet

Oktober 15, 2008

Wie inzwischen jeder – auch diejenigen unter uns, die sich ihre Nachrichten von den gleichgeschalteten GEZ/Springer/Bertelsmann-Medien in Umfang und Inhalt vorauswählen lassen – mitbekommen haben dürfte, haben wir eine Finanzkrise.

Auf einmal war sie da, diese Krise.
Völlig überraschend.
Und so plötzlich.
Sozusagen aus heitem Himmel.
Jaaah, keiner hat sie kommen sehen!
Selbst die selbsternannten Fachleute nicht.

Dabei hätte alles doch so schön weiterlaufen können mit diesem Casino-Kapitalismus.

Während früher Waren erst mühsam produziert werden mußten, bevor man sie dann zu angemessenem Preis handeln und gegen gedecktes Geld verkaufen konnte, kann man heute stattdessen mit Anteilscheinen am Produzenten (Aktien) handeln. Oder noch besser, mit geliehenen Aktien auf steigende oder fallende Kurse zu wetten. Oder mit Krediten oder deren Verbriefungen handeln, gern in AAA-bewerteten Paketen, und sich die darin liegenden Risiken mit weiteren künstlich erzeugten Derivat-Papieren ‘absichern’, die wiederum gehandelt werden können, wobei sich aus diesen Handelspositionen dann weitere abgeleitete Derivatprodukte generieren lassen, um ein immer größeres Rad zu drehen, das von der mühseligen Realwirtschaft schon lange komplett entkoppelt ist …

Die Schlauen oben in unserem System drehen an dieser Spirale und wissen, daß Geschäfte mit weniger als 25% Rendite nix taugen, wie unser allseits geschätzter Renditefachmann Joe Ackermann weiß.

Die Dummen unten im System produzieren zu Hungerlöhnen ein paar Dinge des täglichen Lebensbedarfs sowie ein paar sonstwie notwendige Dienstleistungen und befeuern über ihr Steueraufkommen die Geschäftswelt der o.a. Schlauen.

Und wozu haben wir eigentlich eine Regierung?

Die Dummen denken, um solche unseriösen Schneeballsysteme und ihre Auswüchse zu verhindern.

Die Schlauen wissen, daß die mit den Finanzinteressen vernetzte Regierung ausschließlich dazu da ist, diese Kettenbriefsysteme zu ermöglichen und zu fördern, den Finanzklüngel zum ungehinderten und ungezügelten geldscheffeln zu ermuntern, und das System der Umverteilung von unten nach oben zu erhalten und mit Steuergeldern abzusichern, gegen wechselseitige Teilhabe an den Pfründen. Ja, da steht es wieder im Raum, dieses harte hässliche Wort ‘Korruption’, das durch Neusprech-Verniedlichungen wie ‘Lobbyismus’ hoffähig ist.

Glauben Sie nicht, lieber Leser?

Dann lesen Sie mal hier bei Weissgarnix weiter, sobald Sie sich eine Kotztüte besorgt haben:

http://www.weissgarnix.de/?p=620

Die Elite rettet sich selbst
von weissgarnix, 14. Oktober 2008

Wenn über die Bankenkrise und die verzweifelten Versuche ihrer Bekämpfung die Rede ist, dann fallen schnell die Begriffe “beispiellos”, “historisch einmalig” oder “unglaublich”. Und in der Tat trifft das auf vieles, was wir bislang erlebt haben, auch zu.

Beispiellos ist aber auch die Heuchelei, die jetzt einsetzt, wo sich der Rauch etwas zu verziehen beginnt, und es für diverse Akteure darum geht, ihren Kopf möglichst unbeschadet aus der Schlinge zu ziehen. Und nein, die Rede ist hier ausdrücklich nicht von den Bankern.

Greifen wir beispielsweise mal folgende Stelle aus der gestrigen ZDF-Sendung “Was nun, Frau Merkel?” heraus, wo die Kanzlerin sagte:

Gewöhnungsbedürftig für “eine Branche, die immer Transparenz abgelehnt hat, die immer Regeln abgelehnt hat”, meint die Kanzlerin. Doch die Zeiten hätten sich geändert. Heute seien große, internationale Banken auf Steuer-Milliarden angewiesen und damit steht für die Bundeskanzlerin fest: “Dann müssen sich die Banken eben auch auf unsere Bedingungen einlassen”.

Dieses Statement reiht sich nahtlos ein in das Mantra mit dem bekanntlich sowohl die Kanzlerin selbst als auch Finanzminister Peer Steinbrück neuerdings durch die Lande ziehen, nämlich dass ”sie es schon immer gewußt” und immer schon “auf mehr Regulierung gedrängt” hätten, aber sich damit international halt einfach nicht durchsetzen konnten.

Lassen wir das mal so stehen, und stellen wir uns nun folgende Frage: was haben die Damen und Herren Angela Merkel, Michael Glos, Michael Meister, Heinz Seiffert, Leo Dautzenberg, Georg Fahrenschon, Otto Bernhardt, Klaus-Peter Flosbach, Olav Gutting, Manfred Kolbe, Patricia Lips, Hans Michelbach, Stefan Müller, Peter Rzepka, Hartmut Schauerte, Norbert Schindler, Christian Freiherr von Stetten und Elke Wülfing denn schönes gemeinsam, außer daß sie im Mai 2005 allesamt Mitglieder der CDU/CSU-Bundestagsfraktion waren? Antwort: sie stellten sich gemeinsam an die Spitze einer politischen Bewegung, die in Deutschland für genau jene Verhältnisse sorgte, die jetzt allenthalben beklagt werden.

Klingt unglaublich? Na, dann stöbern wir halt mal ein wenig in alten Drucksachen des Bundestages, und fördern schwuppdiwupp diese süße “kleine Anfrage” mit dem gänzlich unschuldig daherkommenden Aktenzeichen 15/5496 zu Tage. Worum es dabei geht, erfahren wir gleich im Titel, nämlich um “Hemmnisse für die True-Sale-Verbriefung”, bzw um deren Beseitigung, für die sich alle oben genannten Herrschaften gegenüber der damaligen Regierung Schröder starkmachten. Was sind “True Sales Verbriefungen”? – Yep, das sind genau die Dinger, von denen wir in den letzten Monaten so dermaßen viel in den Medien zu hören und zu lesen bekamen …..

Hier der Originalartikel zum weiterlesen: http://www.weissgarnix.de/?p=620

Weitere Links zum Thema:

http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=46941

http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,oaneh5iv9je4oqm9~cm.asp

Der Artikel von Weissgarnix zeigt, wie unter anderen auch unsere liebe und geschätzte ‘Kanzlerin’ ihren eigenen Anteil an diesem zynischen System hat, auf welche erdenkliche Art auch immer. Es besteht starker Grund zur Annahme, daß diese erwähnte Anfrage nicht auf dem eigenen Mist der anfragenden Abgeordneten gewachsen ist. Welche/r ‘einfache’ Abgeordnete denkt sich so etwas wie diese oben zitierte Anfrage selbst aus? Das ganze sieht aus als wäre es von den entsprechenden Interessenten vorformuliert. Theoretisch soll das Parlament ja die Interssenvertretung des Volkes sein, in der Praxis scheint dieses Prinzip mitunter zur Vertretung von Lobbyisteninteressen zum mutieren. Frau Merkel scheint ja schon früh Teil dieses Systems geworden zu sein.

Theoretisch haben auch die Mitglieder der Regierung geschworen, zum Wohle des Volkes zu handeln.

In der Praxis jedoch kungelt die Junta über ihre lobbyistendurchsetzten Ministerien mit den Finanzoberen wo immer es geht, befördert deren Geschäfte, besorgt deren Interessen, hält das Volk durch Kontrolle und Unterdrückung ruhig, und schiebt jetzt auf die Schnelle noch hunderte Milliarden an Steuergeldern als Extra-Zugabe unbürokratisch über den Tisch. Und das von Dauer-Nickern durchsetzte Parlament segnet alles ab.

Alles getreu dem Motto „wie fahre ich ein Staatswesen gegen die Wand bei maximaler Bereicherung und Vorteilsverschaffung für die Nomenklatura“.

Widerlich, was sich da in der Staats- und Wirtschaftsführung breit gemacht hat. Früher verband man mit dem Wort ‘Elite’ noch positive Begriffe wie Integrität, Moral, Ethik, und dergleichen, aufgrund derer sich ein gewisses Grundvertrauen des Volkes aufbaute. Diese positiven Aspekte haben sich in den letzten 20 Jahren aufgelöst und sind durch flächendeckende Skrupellosigkeit, Charakterlosigkeit und Gier ersetzt worden. Das Volk hat es – dank der konsolidierten Verdummungskampagnen der Medien – entweder noch nicht gemerkt oder will es nicht wahrhaben.


Mehr Verantwortung

Oktober 8, 2008

Welch ein ‘Gastkommentar’ auf ftd.de.

Na ja, ist beim genauen Hinsehen ist es gar kein für die FTD geschriebener Kommentar, sondern Werbung für ein ansonsten überflüssiges neues Buch:

http://www.ftd.de/meinung/kommentare/:Gastkommentar-Reinhard-Mohn-Mehr-Verantwortung/422481.html

Reinhard Mohn – Mehr Verantwortung

Die Unternehmer müssen ein länderübergreifendes Ethos entwickeln, damit der Kapitalismus die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt. Sonst hat die Demokratie keine Zukunft.

Reinhard Mohn ist Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats von Bertelsmann und Mitglied des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung. Der Text entstammt seinem neuen Buch „Von der Welt lernen“.

Länder- und nationenübergreifend eint die Menschen der Wille, ihre Lebensumstände zu verbessern und ein Leben in Würde und Freiheit zu führen. Die persönliche Freiheit des Einzelnen wird aber nicht nur von den politischen Systemen bestimmt, sie ist auch in hohem Maße beeinflusst von seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten.

Beim Lesen fällt einem fast der Kit aus der Brille.

Welch hehre Worte, die man für sich genommen durchaus so stehenlassen könnte, wenn, ja wenn sie jemand anderer geschrieben hätte, irgendwer sonst, als ausgerechnet dieser Herr Mohn.

Entweder ist er inzwischen völlig der Realität entrückt und merkt gar nicht mehr, wie sein krakenartiger Laden (Bertelsmann-Stiftung, Arvato, die Volksverdummungsmedien (RTL, usw.), Private-Public-“Partnerships“, usw.) Politik und Gesellschaft auf allen Ebenen zersetzt, aushöhlt und unterwandert, oder dieses ‘Werk’ ist pure Heuchelei und eine weitere Portion Sand in die Augen derer, die von dieser dieser Art der Politik- und Gesellschaftsbeeinflussung immer noch nicht so recht begeistert und damit irgendwie nicht einverstanden sind.

Vorne herum von mehr Verantwortung, Freiheit des Einzelnen und Demokratie flöten, und hinten herum die geballte Bertelsmannmacht auf Politik und Gesellschaft loslassen. Theorie und Praxis.

„… Sonst hat die Demokratie keine Zukunft.“
Welch pathetische Heuchelei. Natürlich hat Demokratie keine Zukunft dort, wo der Bertelsmann-Lobbyismus angreift.

Und wie funktioniert das System Bertelsmann? So funktioniert es:

Die Financial Times Deutschland (FTD) ist eine börsentäglich erscheinende Wirtschaftszeitung und Schwesterblatt der Financial Times mit Hauptsitz in Hamburg, die sich im Besitz des Verlagshauses Gruner + Jahr und somit indirekt im Mehrheitseigentum des Medienkonzerns Bertelsmann AG befindet. (Wikipedia)

Welch eine journalistische Meisterleistung der FTD, für dieses Elaborat in dieser Form (innerhalb des redaktionellen Teils, wenn ich das richtig sehe) Werbung zu machen.

Und ein schönes sich selbst tragendes Beispiel dafür, wie die hübschen Formulierungswolken aus dem beworbenen Buch sich angesichts der schnöden Wirklichkeit von selbst in heiße Luft auflösen.

qed.


Die Einlagen sind sicher!

September 26, 2008

Interessante offizielle Statements:

Die Einlagen bei den deutschen Banken seien sicher, beteuerte Finanzminister Peer Steinbrück am Donnerstag, den 25. 9.2008 in einer Regierungserklärung.

„Die Welt wird nicht wieder so werden wie vor dieser Krise“, sagte Steinbrück im Bundestag, betonte zugleich aber: „Die Bürger müssen keine Angst um die Sicherung ihrer Einlagen haben.“

Da sind wir jetzt aber alle beruhigt. Danke.

Aber was heißt denn das?
OK, die Einlagen sind jetzt (Stand 25.9.) sicher. Klar, die Krise hat uns ja auch noch nicht erreicht. Kaum eine deutsche Bank rückt ja bisher auch mit Zahlen raus, inwieweit sie verlustbehaftete US-Papiere und offene Handels-Positionen mit Pleitebanken und Forderungsausfälle gegen Pleitefirmen abschreiben muß. Und es werden weitere Banken und Firmen pleite gehen, wodurch es zu weiteren Forderungsausfällen kommen wird, wodurch weitere Firmen pleite gehen werden, wodurch … irgendwann das ganze kreditbasierte Kartenhaus eben zusammenkrachen wird.

Und wenn aber „die Welt … nicht wieder so werden (wird) wie vor dieser Krise“, äh, ja woher will dann ‘unser’ Minister jetzt bereits wissen, daß die Einlagen trotzdem auch in Zukunft sicher sein werden, wenn die Krise tatsächlich über uns kommt?

An was erinnert uns das ganze? Richtig! „Die Renten sind sicher!“
Hahaha.

Und noch ein Schenkelklopfer als Zugabe:

Das „wahnsinnige Streben“ nach immer höherer Rendite müsse ein Ende haben, sagte Finanzminister Peer Steinbrück in der Regierungserklärung vor dem Bundestag.

Guten Morgen, Herr Minister. Schön, daß Sie inzwischen auch aufgewacht sind, und Glückwunsch zu dieser völlig neuen Erkenntnis.
Gestatten Sie die Nachfrage:
ist denn der Joe Ackermann (ja, genau, der mit der seriösen und fairen 25%-über-den-Tisch-Zieh-Renditeerwartung) jetzt auf einmal nicht mehr Ihr Freund?

Und eine weitere Nachfrage, nur so zur Klarstellung:
Das ist doch nur irgendein billig dahergesagter populistischer Spruch, nicht wahr? Oder wollen Sie wirklich eine Konsequenz daraus ziehen und Ihren ‘verdienten’ (haha, welch lustiges Wortspiel) Staatssekretär Asmussen endlich rauswerfen?


Die Rolle von Jörg Asmussen bei den Verbriefungen als Krisenauslöser

September 24, 2008

Interessanter Artikel hier:

http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=40612
Über die Rolle von Jörg Asmussen bei den Verbriefungen als Krisenauslöser

verfasst von DT, 24.09.2008, 13:11

Jörg Asmussen, Staatssekretär und somit höchster Beamter des Bundesfinanzministeriums unter Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, Ziehsohn von Hans Eichel und Axel Weber, ist Mitglied des Gesellschafterbeirats des TSI (True Sale International), eine Lobbyorganisation der Verbriefungsindustrie.

http://www.zeit.de/2004/25/Asmussen

Er ist maßgeblich dafür verantwortlich, daß der Verbriefungsindustrie die Türen im gesetzlichen Rahmen in D geöffnet wurden.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=3121

Alle Krokodilstränen, die jetzt von Peer Steinbrück und Axel Weber vergossen werden, sind falsch, da diese Herren mit ihrem Filius als trojanische Pferde der Finanzindustrie genau diesen Ausverkauf geplant hatten.

Asmussen saß auch im Aufsichtsrat der IKB, sitzt im Aufsichtsrat bei der Dt. Postbank, bei der Dt. Telekom, im Verwaltungsrat des BaFin (das eigentlich Kontrolleur sein sollte). Da bewacht der Fuchs den Hühnerstall. Asmussen hat auch Mitarbeiter der Deutschen Bank in sein Ministerium geholt, die an Gesetzentwürfen mitarbeiten und die weiter von der Dt. Bank bezahlt werden (Zitat „Geldeinsparung fürs Finanzministerium“).

Ganz viel über ihn und seine schmierige Rolle als Krake der Finanzindustrie, der seine Finger überall drin hat, ist hier gesammelt:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3127

Für weitere unappetitliche Details unbedingt den Links folgen, aber Vorsicht, vorher Kotztüten bereithalten.

Wenn Sie, lieber Leser, sich nun auch fragen mögen „ja wie widerlich ist das denn alles?“, seien Sie versichert, das alles ist bestimmt völlig normal.
Das mag zwar stinken, daß es einem schlecht wird, ist aber sicherlich keine Korruption, ein wenig Interessenverflechtung vielleicht, aber doch keine Korruption, auch keine Staatskorruption, nein, ganz und gar nicht.

Und so ehrenwerte freundliche nette Leute wie Peer Steinbrück, Hans Eichel und Axel Weber, meinen Sie wirklich, die könnten mit der konsequenten verlogenen Politik unserer Junta gegen das Staatsvolk irgendetwas zu tun haben? Bestimmt nicht. Die wollen doch alle nur unser bestes!

Aber schön zu sehen, daß die SPD wie immer vorne dabei ist, wenn es um konkrete Politik für Finanzinteressen und gegen das Volk geht.

Wo bleibt der öffentlich Aufschrei gegen derartige Machenschaften?
Warum werden solche Gestalten nicht aus ihren Ämtern entfernt?
Frau Merkel? Hallo? . . . Schweigen.
Ach so, ich vergaß: der tote Fisch stinkt immer von Kopfe her.

Bananenrepublik vom feinsten.

Es muß mehr Gegenöffentlichkeit her!

Update: ein weiterer lesenswerter Artikel hierzu:
http://bavaria-for-ron-paul.blogspot.com/2008/02/wie-wird-man-staatssekretr.html


Ermächtigungsgesetze

September 23, 2008

Wie schön, daß es diese Finanzkrise gibt.

Die ließe sich – nur rein theoretisch natürlich – elegant nutzen, um möglichst vielen Menschen Angst zu machen. Und wenn alle Angst haben, stimmen sie schließlich bereitwillig jedem Lösungsvorschlag zu, der die rettende Rettung verspricht.

Sowas nennt sich ‘Ermächtigungsgesetz’ und hat lange historische Tradition.
Bekannteste Beispiele sind ein Herr Hitler, oder ein Herr Bush nach dem WTC-Anschlag 2001, oder ein Herr Schäuble, der dauernd von permanenten terroristischen Gefahren faselt.

Nun ist, nachdem die US Notenbank jahrelang darauf hingearbeitet hat, völlig überraschend, rein zufällig und aus heiterem Himmel die nächste Katastrophe da.
Und sie scheint sogleich ’sinnvoll’ im Sinne der diversen NWO-Verschwörungstheorien auch hemmungslos genutzt zu werden:

Das versteckte Kleingedruckte in der Rettungsvereinbarung
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/09/das-versteckte-kleingedruckte-in-der.html
(Danke, Freeman)

Bush Administration Seeks „Dictatorial Power“
http://www.safehaven.com/article-11312.htm

Treasury Seeks Asset-Buying Power Unchecked by Courts
http://bloomberg.com/apps/news?pid=20601087

Bloomberg — The Bush administration sought unchecked power from Congress to buy $700 billion in bad mortgage investments from financial companies in what would be an unprecedented government intrusion into the markets.

Through his plan, Treasury Secretary Henry Paulson aims to avert a credit freeze that would bring the financial system and the world’s largest economy to a standstill. The bill would prevent courts from reviewing actions taken under its authority.

Der 700-Mrd-Dollar-Skandal
http://www.n-tv.de/1027260.html
Daß sogar die deutschen Mainstream-Medien hier Fahrt aufnehmen, hätte ich nicht für möglich gehalten. Alle Achtung, Lars Halter, für diesen klaren Artikel.

Das alles paßt nahtlos zu dieser generellen Direktive, die dem US-Präsidenten absolute Vollmachten im Notstand zusichert:
http://www.whitehouse.gov/news/releases/2007/05/20070509-12.html


Der Zug der Lemminge

September 19, 2008

Das US-dominierte Weltfinanzsystem kracht in sich zusammen.

Jeden Tag neue Milliarden-Löcher irgendwo. Großbanken kommen in Schwierigkeiten und gehen innerhalb weniger Tage Pleite. Andere Riesenpleiten (AIG) in den USA werden vermieden durch staatliche Schuldenübernahme, durch weiteres Papiergeld auf Kosten der Steuerzahler in den USA und, schön verteilt, überall auf der Welt, auch in Deutschland.

Die USA pumpen Milliarden (mittlerweile Billionen) in den Markt und erhöhen Tag für Tag Ihre Verschuldung in alptraumhafte Dimensionen.

Das Volk ist teilweise (soweit nicht von den GEZ/Bertelsmann/Springer-Medien eingelullt) nicht so doof wie manche denken und kauft die Edelmetallhändler leer. Der Goldpreis versucht dementsprechend nach oben auszubrechen und wird durch Marktmanipulationen mit ungedeckten (? man weiß es natürlich nicht genau) Short-Kontrakten künstlich am Boden gehalten, die Preisbildung durch Angebot und Nachfrage (was man früher ‘Markt’ nannte) funktioniert seit Wochen nicht mehr.

Und was ist heute am Aktien-’Markt’ los: der DAX auf +5%, Deutsche Bank Aktien knapp +20%.

Ja, ausgerechnet die Deutsche Bank, die bei ihren sauberen Geschäften stets 25% Über-den-Tisch-zieh-Rendite anstrebt, die bestimmt nicht alle faulen Derivatenpapiere zur IKB hat verschieben können und noch jede Menge von den wertlosen Giftmüllpapieren, an denen Lehmann Brothers erstickt ist, in den Kellern haben muß.
Wie kann man solche Aktien kaufen?

Russische Börse, Britische, Dow Jones … alle im Steigen.

Niemand weiß, ob der Dollar am nächsten Tag noch existieren wird (geheimnissvolle Wochenendsitzungen der FED mit dem Finanzminister sind angekündigt), und dennoch kaufen die Leute Aktien wie verrückt. Insbesondere Bankaktien, obwohl jeder weiß, daß die meisten Banken noch unentdeckte Verlustpapiere im Keller haben müssen, sei es aus wertlosen Papieren in Eigenbesitz, oder aus ‘überraschenden’ Negativpositionen aus Handelsbeziehungen mit Lehmann und anderen.
Alle scheinen zu denken, daß die amerikanische Verstaatlichung der Bankenschulden in Billionenhöhe tatsächlich als Wunderpille irgendwie funktionieren wird, ohne irgendwelche nachteiligen Folgen für das Gesamtsystem. Exotenmeinungen wie LEAP/E2020 (GEAB) liest wohl keiner.

Oder sind diese +5% schon die täglich sichtbare Hyperinflation, die die Aktienwerte lediglich inflationär aufbläst, ohne daß ein echter Wertzuwachs dahinter steht?

Schaut Euch diesen Zug der Lemminge an.
Mit wehenden Fahnen in den Abrgund.

Ist das rational überhaupt fassbar?


Auch die neue SPD ist nicht wählbar

September 12, 2008

Lesenswerter Artikel in der TAZ:

www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=me&dig=2008/09/11/a0078&type=98

Die Meister der Phrase

Steinmeier und Müntefering sind nicht die Retter der SPD – sondern das Krisensymptom ihrer Partei. In Zeiten des Abschwungs verkünden sie eine vage Aufschwungsrhetorik

Ulrike Herrmann, 11.09.2008

Frank-Walter Steinmeier ist ein Meister der Phrase. Den „Blick nach vorn“ will er richten, wenn er gefragt wird, wie er die SPD zu führen gedenkt. Oder er kündigt für die Zukunft an, „Antworten für die Zukunft“ zu suchen. Fehlt nur, dass er dem Wahlvolk erklärt, dass die Zukunft die Zukunft sei. Das wäre die knappste Form dieses Dadaismus.

Steinmeier ist durchaus kreativ, wenn es gilt, den eigenen Unsinn zu variieren. Wird er nach Plänen gefragt, verspricht er „Konzepte und Ideen“. Soll er seine Politik erläutern, will er „Entscheidungen treffen“. Und Kanzler möchte er übrigens werden, weil er sich das „zutraut“. So werden Synonyme zum Inhalt und Tautologien zum Prinzip.

Na super.

Da ist zunächst der alte Vorsitzende Kurt Beck mit vereinten Kräften durch eine Zusammenrottung eigener wie außenstehender Heckenschützen unter tatktäftiger Mithilfe der gleichgeschalteten Kampagnenpresse demontiert und aus dem Weg geräumt worden. Mobbing vom feinsten!

Und „das“ soll nun der Neuanfang sein.

Damit hat  sich die SPD endgültig zum Anhängsel des sogenannten ‘neuliberalen’ Zeitgeistes gemacht.

Keine eigenen Positionen, sondern nur noch dem herrschenden neoliberalen Mainstream hinterherlaufen.
Jede aus dem Dunstkreis der INSM angebotene Abstrusität dankbar aufnehmen und verstärken.
Sich bezüglich der politischen Ziele und ihrer Umsetzung immer schön unverbindlich hinter nichtssagendem ‘Neusprech’-Blahblah vestecken und dann still und heimlich zynisch an der Umsetzung neuer Überwachungs-, Unterdrückungs- und Aussaugungsregelungen arbeiten.

Ja, das Kapital ‘muß’ weiter entlastet werden, natürlich. Die selbsternannten ‘Eliten’ im In- und Ausland müssen noch mehr bereichert werden.

Ja, wer keinen ‘Job’ (früher hatte man das Stelle) hat, ist bestimmt selbst dran schuld und muss dafür bestraft, erniedrigt und dauerhaft erledigt werden.

Ja, jeder Abbau ‘richtiger’ fair bezahlter Stellen und 1:1 Umtausch in Niedrigstlohndumpingausbeutungs-Jobs wird beklatscht und bejubelt „Oh, seht doch nur, wie neue Arbeitsplätze geschaffen werden!“. Na klar, die Nettolohnsumme muß weiter sinken. Binnennachfrage? – was isn das?

Ja, und die, die noch auskömmliche Stellen haben oder kleine Betriebe, die werden in den Würgegriff genommen und dürfen das ganze bezahlen, bis ihnen selbst die Luft ausgeht, drangsaliert von immer mehr dummdreisten Bürokraten.

Ja, in unserem korrupten Staat sind Staatsbetriebe und Steuergelder nicht für die Bürger da, sondern stehen den herrschenden Schichten zur jederzeitigen eigenen freien Verfügung und werden unter dubiosen völlig intransparenten übelstriechend korruptionsbehafteten Umständen beliebig an Heuschrecken verhökert oder verschoben (Post, Telekom, Postbank, Bahn, Autobahnmaut, Bundesdruckerei, Rentenbeiträge, Gesundheitsfonds, IKB-Bank, Private-Public-Partnerships (hallo Herr Scharping!), eigentlich alle Großprojekte, bei denen sich irgendwie Geld abgreifen läßt, ohne daß es nach außen groß auffällt).
Immer nach dem Motto: Steuergelder sind dazu da, daß sich jemand aus Junta und Wirtschaft daran bereichern kann, nicht jedoch, um die öffentliche Infrastuktur und Versorgung für die steuerzahlenden Bürger zu sichern.

Dies ist, zusammengefasst, die zynische Politik der ‘Großen’ Koalition, und das ist auch die Politik der SPD, die das ganze teilweise selbst treibt, teilweise als angeblich Getriebene eifrig mitmacht, teilweise willig abnickt.

Das ganze wird sich nun sicher noch weiter verschieben, vom getrieben Mitmachen  zum aktiven Treiben. Die gestanzten ‘Neusprech’-Absonderungen der neuen Führungsfiguren lassen leider keinen anderen Schluß zu.

Die CDU war noch nie Volkspartei, die SPD ist seit einiger Zeit keine mehr.

Diese Partei SPD ist für den normalen Bürger nicht wählbar. Bisher schon nicht, aber jetzt erst recht nicht.

Da helfen auch keine bestellten Jubel-Umfrageergebnisse.

Das einzige, was man zur Entlastung der Person Steinmeier finden kann, war eine angenehme Distanziertheit, als Frau Merkel nach diesem kürzlich durch Georgien begonnenen Krieg die offene Kriegshetze gegen Rußland angestimmt hat. Für den Anfang ja nicht schlecht, reicht aber nicht aus, um insgesamt einen Staat führen zu wollen. Doch, Frieden nach aussen ist sehr wichtig, aber das innenpolitische Ziel, im eigenen Land KEINEN Feudalismus einführen zu wollen, ist auch sehr wichtig.


Bananenrepublik Deutschland – Beispiel Bundesdruckerei

September 10, 2008

http://www.heise.de/newsticker/Bund-kauft-Bundesdruckerei–/meldung/115697

Bund kauft Bundesdruckerei

Ist ja im Prinzip nicht schlecht, wenn sicherheitsrelevante Themen wie biometrische Ausweise vom Staat selbst erledigt werden und nicht an profitgeile Heuschrecken ausgelagert werden, bei denen eine Zweitverwertung der anvertrauten Daten nicht ausgeschlossen werden kann.

Auch wenn die Erkenntnis spät kommt. Und diese Erkenntnislage ist im Grundsatz doch seit hundert Jahren dieselbe. Ich habe vor 8 Jahren nicht verstanden, warum der Verkauf sein musste.
Und wenn diese Erkenntnis heute so richtig ist, dann haben die Verantwortlichen vor 8 Jahren mit ihrer grundlosen Privatisierung Verheuschreckung wohl offensichtlich einen schweren Fehler begangen.

Und wie es sich für eine Bananenrepublik gehört, stinken die konkreten Umstände mal wieder nach dem üblichen Gemisch aus Unfähigkeit und Korruption.

Als die Bundesdruckerei im Jahre 2000 für eine Milliarde D-Mark an die britische Investorengruppe Apax Partners verkauft wurde, galt das Geschäft als großer Erfolg der rot/grünen Regierung und besonders von Finanzminister Hans Eichel (SPD).

Na klar, ein voller Erfolg, sicherlich, hahaha. Für Apax.

Apax führte die Firma in eine Holding namens Authentos ein, die den Kaufpreis erwirtschaften sollte, zog aber gleichzeitig Geldmittel aus dem Gewinn der damals profitablen Bundesdruckerei ab.

So macht man erfolgreiche Geschäfte: ein Unternehmen übernehmen ohne eigenen Kapitaleinsatz, das Unternehmen den eigenen Kaufpreis aufbringen lassen (wie pervers ist denn das?), aussaugen, und hinterher die leere Hülle wegwerfen.

Das Konzept geriet bereits 2002 in eine gefährliche Schieflage, in der der Bund seine gesamten Forderungen stunden musste. Authentos wurde zum symbolischen Preis von einem Euro verkauft, während die Bundesdruckerei geschrumpft wurde. Zur Zeit der Privatisierung beschäftigte der Staatsbetrieb 3650 Mitarbeiter, heute arbeiten bei der Privatfirma 1450 Mitarbeiter, wobei Tochterfirmen wie D-Trust mitgezählt sind.

Ein voller Erfolg für die Heuschrecke, wahrscheinlich nicht ganz so schön für die betroffenen Mitarbeiter.
Es sieht so aus, als wenn Irgendwelche anonymen Verantwortlichen in diesem Staat ein (eigenes?) Interesse daran hatten, Volksvermögen wie die Bundesdruckerei unter derart dubiosen Umständen einer Heuschrecke zuzuschanzen, ohne daß überhaupt der Kaufpreis (ob dessen Höhe überhaupt angemessen war, steht ja auch nicht einmal fest) reinkommt.
Was für zynische Strippenzieher da in der Regierung und in den Ministerien sitzen, solche Machenschaften bewußt und vorsätzlich zu inszenieren.

So viele Fragen, und in den Medien findet sich natürlich keine Aufklärung durch investigative ‘Qualitätsjournalisten’:
- Wer war damals verantwortlich für dieses Debakel?
- Wer hat den damaligen Verkaufsvertrag für den Staat rechtswirksam unterschrieben?
- War es Korruption? Unfähigkeit? Oder eine Mischung aus beidem? Korruption bei den Unterhändlern und Unfähigkeit beim verantwortlichen Vertragsunterzeichner? Oder umgekehrt? Mit Unfähigkeit allein ist das ganze nicht rational erklärbar.
- Ist verdeckt Lobbyistengeld geflossen? Wieviel? An wen?

Über den Kaufpreis wurden in einer Mitteilung der Bundesdruckerei ( http://www.bundesdruckerei.de/de/presse/presse_meldungen/pm_2008_09_09.html) keine Angaben gemacht, doch soll die Summe sehr niedrig sein, da gestundete Forderungen des Bundes in Höhe von 300 Millionen Euro als Einzahlung abgerechnet werden.

Keine Angaben zum Kaufpreis.
Ein weiteres Indiz dafür, dass der ganze Deal damals nicht korrekt lief und auch der jetzige Deal in seiner wirtschaftlichern Abwicklung stinkt.

Wieviel hat diese Hin-und-her-Schweinerei den deutschen Steuerzahler letztlich gekostet?

Kann man mal bitte eine Abrechnung mit den relevanten Zahlen sehen?

Nein?
Na ja, Transparenz ist in einer Bananenrepublik eben nicht üblich.


Von 4 Euro 40 leben …

September 5, 2008

Die Höhe der sozialen Mindestsicherung – Eine Neuberechnung „bottom up“ -
Friedrich Thießen, Christian Fischer

Prof. Dr. Friedrich Thießen, TU Chemnitz, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Zeitschrift für Wirtschaftspolitik (Lucius & Lucius, Stuttgart), Jg. 57 (2008), Heft 2 S. 145-173.
http://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/bwl4/interessantes/Soziale_Mindestsicherung_2008_komplett.pdf

Eine interessante Studie, die zum Ergebnis kommt, dass eine „soziale Mindestsicherung“ von monatlich 132 Euro (Summe ohne Wohnungs-,
Strom- und Heizkosten) ausreiched ist und die bisherigen Regelsätze also viel zu hoch sind.

Wie unsere Neuberechnungen der sozialen Mindestsicherung zeigen, liegt der Regelsatz der Sozialhilfe bereits leicht oberhalb des Satzes, der noch mit den festgelegten Zielen der Mindestsicherung kompatibel ist. Selbst die Hälfte davon wäre immer noch damit kompatibel.

132 geteilt durch 30 macht 4,40 Euro pro Tag.

Eigentlich hat Fefe mit wenigen treffenden Worten bereits alles nötige hierzu gesagt: http://blog.fefe.de/?ts=b63e88d0

Ich möchte dennoch etwas weiter vertiefen:

Die ganze Veröffentlichung atmet den Zynismus derer, die sich in ihrem gestelzten kalten Wissenschafts-Sprech über die Opfer dieser Berechnungen sehr erhaben fühlen müssen. Ob die Berechnungsergebnisse auch dann so knallhart niedrig ausgefallen wären, wenn der Herr Professor nicht reichlich alimentiert (aus Steuermitteln, nehme ich an) in seiner warmen Professorenklause sitzen würde, sondern selbst betroffen wäre?

Lesenswert die Schlußfolgerungen:

Dabei könnte anstatt auf immer höhere Geldleistungen zu setzen, auch an Beratungs- und Sachleistungen als Hilfen zu einem insgesamt besseren Leben … gedacht werden.

Ja, genau, zusätzlich zur der bereits vorhandenen exzessiven Hartz4-Bürokratie nun noch weitere zusätzliche ‘Berater’. Je höher der obrigkeitliche Gängelungsgrad, desto ‘insgesamt besser’ das Leben. Interessanter Ansatz.

Im Weiteren könnte an die Koppelung von Transferzahlungen an Gegenleistungen gedacht werden.
Studenten der Chemnitzer Technischen Universität haben eine ganz starke Präferenz für diese Weiterentwicklung der deutschen Sozialsysteme offenbart: Transferzahlungen erhält, wer sich der Gemeinschaft im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Verfügung stellt.

Na ja, das ist zwar keine so ganz neue Erkenntnis, aber schön, wenn auch Studenten drauf kommern. Ganz abstrakt gesehen nannte man das vor nicht allzu langer Zeit ‘Arbeit gegen angemessenen und fairen Lohn, von dem man sich und seine Familie gut versorgen kann (über professoral errechnete Mindestsätze hinaus)’. War mal ein Grundprinzip unserer Gesellschaft, gibt es aber heute leider immer weniger.

Aber das war gar nicht gemeint, nicht wahr? Sondern Zwangsarbeit? Für 132 Euro?

Ja, aber auch das ist doch nicht neu. Sowas gab es doch noch früher und nannte sich Leibeigenschaft und  Schuldknechtschaft. Feudalismus war schließlich ein über Jahrhunderte bewährtes Gesellschafts- und Geschäftsmodell. Das hässliche Wort ‘Sklaverei’ wollen wir hier mal nicht verwenden.
Immerhin kommen die Leute nicht auf dumme Gedanken, wenn sie den ganzen Tag wie ein Arbeiter beschäftigt sind und permanent auf Trab gehalten werden, zu einem ‘Stundenlohn’ von immerhin ca. 75 Cent. Und in der Freizeit die zusätzliche o.a. ‘Beratung’ nicht vergessen.
Mal ehrlich, Herr Professor, wie lange müssen Sie für 132 Euro netto arbeiten? Und würden Sie sich gern fürsorglich zwangsberaten lassen wollen?

Wieviele steuerfinanzierte Personentage hat es wohl gekostet, auf den Cent genau nachzurechnen, zu welchen Minimumsätzen ein Feudalsystem betrieben werden kann, aus dem für den entwürdigten und entmündigten Einzelmenschen und seine Kinder kein Entrinnen mehr möglich ist?

Dieses wissenschaftliche Ergebnis wird bestimmt von kompetenter Seite (INSM und Regierung) entsprechend aufgegriffen werden.

Nach entsprechender öffentlicher Kritik ist die Studie nun mit einer Präambel versehen, die für sich selbst spricht:

„In der Studie werden daraus keine Konsequenzen abgeleitet“

Aber ‘Schlußfolgerungen’ gezogen.

„Es war vielmehr Absicht, einen Beitrag zur Verbesserung der Situation vieler Menschen zu leisten.“

ROFL. Na klar, mit noch weniger Geld gehts doch gleich viel besser. Gehts noch zynischer? Ist das als Bewerbungsschreiben bei der INSM gedacht?

Und dann noch den Lesern kritischer Beiträge eins vors Schienbein getretren:

(Die Leser der) … „vielen einseitigen und spektakulären Pressemeldungen auch im Internet (werden) als Person … von den Medien benutzt, damit diese mehr und teurer Werbung verkaufen können.“

So ein Unsinn. Hier ist keine Werbung. Und bei Fefe auch nicht. Nur weil SPON werbehinterlegt ist, kann doch nicht jede Kritik als bloße Werbemaßnahme abgetan werden. Allein die Qualität dieses ‘Arguments’ wirft ein bezeichnendes Licht auf die Qualität der gesamten Studie.

>>> Update am 10. September:

http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/080910%20Beachtung%20einer%20Studie%20der%20TU%20Chemnitz.pdf

Lutz Hausstein und Florian Krahmer gehen in Einzelheiten auf die inhaltlichen Widersprüche und mögliche Ziele dieser zynischen und menschenverachtenden Ausarbeitung ein.

Offensichtlich ist, daß ohnehin Ausgegrenzte und Ausgeschlossene weiter fertig gemacht werden sollen.

Saubere Wissenschaft, die dafür die Pseudoargumente liefert …

>>> Update 2 am 11. September:

die Studie hat sich inzwischen aufgelöst – es gibt unter dem o.a. Originallink bei der TU Chemnitz nur noch die einseitige Präambel zu sehen (deren letzter Absatz mit der Leserbeschimpfung und der Lügenbehauptung mit der Werbung inzwischen auch weggekürzt worden ist).

Sauberes wissenschaftliches Vorgehen, diese Selbstzensur. Hahaha.


Bundeswehrsoldaten werden knapp

August 29, 2008

Heute in der Presse.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28610/1.html

Der Bundeswehr hat wohl massive Personalprobleme. Und es fehlt an Nachwuchs.

Endlich zwischendurch mal eine gute Nachricht!

Und die Rettung vor dieser fürchterlich schlimmen und die globale Kriegsführung ärgerlicherweise behindernden Personalunterdeckung könnte so nah sein:
Vielleicht könnten zum Ausgleich die älteren Kriegsbefürworter, Kriegshetzer und Kriegsgewinnler in Regierung und Lobbywirtschaft zur Abwechslung mal ihren eigenen Nachwuchs an die Front schicken?

Wie sieht es denn diesbezüglich – beispielsweise – bei den Großfamilien Mohn und Springer aus? Und haben die Merkels, Strucks, Schäubles oder Dr. Franz Josef Jungs keine Kinder oder wenigstens irgendwelche Nichten oder Neffen? Freiwillige vor!
Und die jüngeren, beispielsweise solche Gestalten wie Nahles und Missfelder — wie wäre es mit einem eigenen freiwilligen Jahr in Afghanistan? Mal richtig in Eigenverantwortung gehen? Bestimmt würden auch ein paar dynamische Jung-Manager aus dem INSM/Bertelsmann-Umfeld gern mitgehen. So als positives Vorbild, oder so?

Nein?
Niemand?
Na ja, habe ich mir schon fast gedacht …

Ist halt letztlich doch eher was für Unterschichtenkinder, als für selbsternannte Pseudo-Eliten, nicht wahr?
War ja schließlich in allen bisherigen Kriegen noch nie anders.